1. Geschichte der Initiative

Auf Anregung des Arbeitskreises „Frauen“ an der Evangelischen Akademie Arnoldshain und mit Unterstützung durch das Hessische Sozialministeriums (HSM) entstand im November 2001 der „Arbeitskreis für frauenpolitische Fragen der jüdischen, christlichen und islamischen Religionsgemeinschaften“. Sarah und Hagar als Stammmütter der sogenannten ‚Abrahamitischen Religionen’ (Judentum, Christentum und Islam) gaben bald darauf dieser interreligiösen und überparteilichen Fraueninitiative den Namen. Zu ihr gehören mittlerweile Frauen aus Hessen, Nordrhein-Westfahlen und Rheinland-Pfalz.

 

Zwischen zehn und dreißig Frauen unterschiedlicher kultureller, nationaler und religiöser Hintergründe treffen sich regelmäßig in den Räumen einer der beteiligten Gemeinschaften. Aktuelle Berichte aus den Gemeinschaften, ein regelmäßiger Austausch über Texte aus den Traditionen und die respektvolle Begleitung der verschiedenen Gebets- und Festzeiten sind bis heute fester Bestandteil der Begegnungen.

 

2. Schwerpunkte

 

In einem fünfjährigen Lern- und Arbeitsprozess verständigte sich die Gruppe über gemeinsame Anliegen in der Sozialpolitik. Die Bedürfnisse und Interessen von Frauen wurden dabei ebenso berücksichtigt wie deren unterschiedliche religiöse und kulturelle Hintergründe. Integrationsbestrebungen, Gender Mainstreaming und die Antidiskriminierungsrichtlinien der EU (II.81) stellen den politischen Rahmen für die dieses Vorhabens dar.

 

Die Themenfelder Arbeit, Familie und Bildung standen zunächst im Zentrum der Begegnungen. Im Austausch mit Fachberaterinnen aus Politik, Religionsgemeinschaften, Wirtschaft, Recht und Bildungseinrichtungen wurden Ideen für gestaltende Prinzipien für politisches Handeln und gesellschaftliches Zusammenleben entworfen. Die dabei erarbeiteten Thesen wurden mit Multiplikatoren und Multiplikatorinnen aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften diskutiert und ausdifferenziert.

 

3. Erfolge

 

So entstanden die „Impulse für eine geschlechtergerechte Sozialpolitik auf der Basis jüdischer, christlicher und muslimischer Traditionen“ (epd-Dokumentationen 6, 30.1.2006). Sie werden seitdem von den Frauen der Gruppe in jeweils trireligiöser Besetzung bei Foren, Tagungen, Seminaren und Bildungsveranstaltungen vorgestellt um Perspektiven und Möglichkeiten einer gendergerechten interreligiösen Projektarbeit aufzuzeigen und begonnene Initiativen zu vernetzen.

 

Im Jahr 2009 erhielt die Initiative für ihr frauenpolitisches Engagement im inter-religiösen Dialog den Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis. Dieser Preis wird vom Verein zur Förderung Feministischer Theologie in Forschung und Lehre e.V, der Evangelischen Akademie Arnoldshain und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau vergeben. (mehr unter www.Verein-FEM-Theologie.de)

 

4. Nächste Ziele

Andere interreligiöse Frauengruppen sind der Idee gefolgt und versammeln sich ebenfalls unter dem Namen „Sarah und Hagar“. So wächst ein weitmaschiges bundesweites Netzwerk von Frauen aus Politik und Religionswissen-schaften.

Zum 10jährigen Bestehen konstituiert sich die Initiative als e.V. Die Vernetzung mit anderen Initiativen soll dadurch weiter vorangetrieben werden.

          „Füreinander Sorge-Tragen - Religion, Säkularität und Geschlecht in der globalisierten Welt“.

Unter diesem Titel wird gemeinsam mit dem Cornelia-Goethe-Centrum der Universität Frankfurt und der Evangelischen Akademie Arnoldshain ein

interreligiöser Frauenkongress

                                        vom 19.-21.10.2012

an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität/Ffm. und im Martin-Niemöller-Haus/ Schmitten vorbereitet. Der Kongress wendet sich an Frauen und Männer unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Orientierung.

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