Füreinander                 Religion,

Sorge                           Säkularität

Tragen               und Geschlecht

in der globalisierten Welt  

Füreinander Sorge-Tragen   -   Religion, Säkularität und Geschlecht in der globalisierten Welt

Menschen tragen seit jeher und an jedem Ort füreinander Sorge. Zunehmend wird heute jedoch das Sorgen ent-sorgt: Weltweit wird die Verantwortung für Sorgetätigkeiten verschoben, wenn beispielsweise Frauen aus Osteuropa als Hilfe für Pflegebedürftige nach Westeuropa kommen. Dies geschieht ungleichgewichtig, entlang von Geschlechter- und Armutsgrenzen.

Für die drei Religionen, die in der Sarah-Hagar-Tradition stehen, ist ein sorgsamer Umgang miteinander Teil eines religiös begründeten Ethos. Feministische Debatten reflektieren den Bedarf am Füreinander Sorge-Tragen unter dem Begriff des „Caring“. Sie thematisieren die Tatsache, dass das Caring traditionell den Frauen zugeordnet wird und hinterfragen diese. Neue Männerbilder, wie sie insbesondere in der Kinderbetreuung durch Väter zum Ausdruck kommen, stehen überkommenen Rollenzuweisungen ebenfalls kritisch entgegen.

Ist ein normatives Konzept des Füreinander Sorge-Tragens für gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Zusammenhänge zu gebrauchen? Taugt es als Leitbild für eine Kultur der Vielfalt? Welche Möglichkeiten und Grenzen tun sich auf? Was bedeutet Care für Männer und Frauen? Fördert die Care-Orientierung Geschlechtergerechtigkeit?

Welchen Einfluss haben Religionen auf die Vorstellungen des Fürsorgens? (Wie) kann die Zuordnung des Sorge-Tragens zu einem bipolaren und eindimensionalen Rollenbild aufgebrochen werden? Kann dies nur in einer säkularisierten Welt geschehen oder bedarf es dazu auch eines verstärkten Umdenkens in den Religionen und in der Theologie?

Es laden herzlich ein:

Prof. Dr. Ursula Apitzsch
Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität Frankfurt

Sawsan Chahrrour, Gisela Egler-Köksal, Brigitta Kress, Petra Kunik
Sarah und Hagar

Dr. Annette Mehlhorn
Bendorfer Forum für Ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog e.V.

Barbara Ulreich
Förderkreis des Cornelia Goethe Centrums

Pfrin Dr. Gotlind Ulshöfer
Evangelische Akademie in Hessen und Nassau e.V.

VeranstalterInnen:

Das Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Im Centrum arbeiten, international orientiert, WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Fachbereichen gemeinsam über das Geschlechterverhältnis in Geschichte und Gegenwart. Gegenstand der Forschung sind die Bedeutungen und Probleme der Geschlechterverhältnisse in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Darüber hinaus dient die Arbeit des Centrums der Integration der Ergebnisse der Frauen- und Geschlechterforschung in die Lehre.
Weitere Informationen:
www.cgc.uni-frankfurt.de

Das Bendorfer Forum für Ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog e.V. wurde im Jahr 2004 gegründet um die seit 1969 am Hedwig-Dransfeld-Haus in Bendorf gepflegte Tradition des interreligiösen Dialog nach der Schließung des Hauses fortzuführen. Die aus dieser Tradition erwachsenen Tagungen mit ihren an der Dialogphilosophie Martin Bubers orientierten Prinzipien der Begegnung finden inzwischen an vielen Orten in Deutschland statt. Ihre besondere Qualität liegt an der geistlichen Ausrichtung des Dialogs. In ihrer besonderen Mischung und langjährigen Erfahrung prägt und beeinflusst die Bendorfer Tradition interreligiöse Dialogprojekte an vielen Orten der Republik, u. a. die Initiative „Sarah und Hagar. Religion-Politik-Gender“.
Weitere Informationen:
www.bendorferforum.de

Die Evangelische Akademie in Hessen und Nassau e.V. ist aus dem Zusammenschluss der Evangelischen Akademie Arnoldshain und der Stadtakademie Frankfurt am Main Römer9 zu Beginn des Jahres 2012 entstanden. Die Evangelische Akademie Arnoldshain ist 1946 gegründet worden als ein unabhängiger Ort des Dialogs und des zivilisierten Streits in der Bundesrepublik Deutschland. In dieser Tradition wirkt auch die neu fusionierte Evangelische Akademie durch die Organisation von Tagungen und Veranstaltungen an der religiösen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Diskussion mit und will gesellschaftliche Impulse bezüglich ihrer Schwerpunkte: Religion, Politik/Gesellschaftspolitische Jugendbildung, Wirtschaft, Kultur und Naturwissenschaften/Medizin setzen.
Weitere Informationen:
www.evangelische-akademie.de

Die Initiative Sarah und Hagar besteht seit 2001 aus Vertreterinnen der drei Religionenim Hause Abrahams, Sarahs und Hagars. Der Dreiklang „Religion-Politik-Gender“ liegt dieser Initiative zugrunde. 2006 veröffentlichte sie die „Impulse für eine geschlechtergerechte Sozialpolitik auf der Basis jüdischer, christlicher und muslimischer Traditionen“ (epd-Dokumentation 6, 30.1.2006). 2009 wurde ihr für ihr interreligiöses feministisches Engagement der Leonore-Siegele-Wenschkewitz Preis verliehen. Während des Kongresses wird die Gründung der Initiative als eigenständigem Verein gefeiert.




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